Die Unabhängigkeitskriege

1296 bis 1357


Zu den Zeiten der englischen Könige Edward I., Edward II. und Edward III. versuchte das Königreich Schottland sich gegen deren Versuche der Unterwerfung und Gebietsansprüche zu wehren. Im Allgemeinen unterscheidet man dabei zwischen dem Ersten und Zweiten Unabhängigkeitskrieg. Auch gelten sie als Auslöser des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich.

Vorgeschichte

Im März 1286 starb der schottische König Alexander III. durch einen Sturz vom Pferd. Einzig lebender Nachkomme war dessen dreijährige Enkelin Margaret, die zu der Zeit in Norwegen lebte.
Dem nun von einem Regentschaftsrat ‘Guardians oft the Kingdom’ geführten Schottland drohte ein Bürgerkrieg, in Folge eines Streits um die Thronfolge. Die Guardiane entschieden Margarets Großonkel, König Edward I. als Schiedsrichter zu berufen, der dadurch die Möglichkeit sah seinen Einfluss in Schottland zu sichern. Margaret starb jedoch auf der Reise nach Schottland und es entbrannt erneut Streit um die Thronfolge zwischen inzwischen 13 Anwärtern die Anspruch erhoben.

Wieder wurde der englische König als Schiedsrichter berufen.

Aufgrund seiner Blutsverwandtschaft zu David I. entschied sich Edward für John Balliol, in dem er auch einen unterwürfigen Verbündeten sah. Als Edward einen Krieg gegen Frankreich plante, weigerte sich Balliol jedoch und bildete stattdessen im Oktober 1295 ein Bündnis mit dem Gegner. In Folge dieses “Bruchs” marschierte Edward in Schottland ein und es kam April 1296 zur ersten Konfrontation in der Schlacht bei Dunbar, in der Balliol gefangen genommen und zur Abdankung gezwungen wurde.

Erster Unabhängigkeitskrieg

Nachdem die Schotten bei Dunbar geschlagen wurden, wurde Schottland unter englische Herrschaft gestellt und Robert Bruce, einer der 13 Anwärter auf den Thron, als schottischer König eingesetzt. Schnell begann sich ein Wiederstand gegen die Besatzer zu bilden, in dem sich vor allem William Wallace als militärischer Führer hervortat.
Nach mehreren Scharmützeln und Überfällen auf englische Truppen, kam es 1297 zur ‘Schlacht von Stirling Bridge’. Trotz der zahlmäßigen Überlegenheit der Engländer war Wallace siegreich und wurde zum Guardian of Scotland ernannt.

Bruce brach mit Edward und schloss sich der Revolte unter Wallace an, nachdem er den Auftrag bekam, den schottischen Soldaten William Douglas zu ergreifen und ihn mit seiner Familie den Engländern zu übergeben. Unter ihm formierte sich ein neues schottisches Heer, doch zu einer Schlacht kam es nicht, da die Engländer einen Bürgerkrieg im eigenen Land befürchteten. Stattdessen einigte man sich in Irvine auf eine Kapitulation der Schotten.
Wallace, der nun keine Unterstützung des Adels mehr hatte, kämpfte mit einer kleinen Truppe allein weiter und es kam Juli 11298 zur ‘Schlacht von Falkirk’. Diesmal unterlag Wallace der englischen Streitmacht, musste fliehen und Robert und der schottische Adel unterwarfen sich wieder dem englischen König. Insgeheim führte Bruce aber den Kampf weiter und es kam nach kleineren Kämpfen im Juni 1314 zur ‘Schlacht von Bannockburn’, die für Bruce siegreich war.

Nach weiteren Kämpfen wurde Schottlands Unabhängigkeit 1328 im Abkommen von Edinburgh und Northampton anerkannt.

Zweiter Unabhängigkeitskrieg

England konnte die Niederlage von Bannockburn nicht vergessen.
So ermutigten sie Edward, den Sohn des vertriebenen Königs John Balliol, nach dem schottischen Thron zu streben, auf dem inzwischen der fünfjährige David saß. Edward marschierte 1332 in Schottland ein und vertrieb David ins Exil.

Balliol hatte jedoch keine Unterstützung durch seine Landsleute und es kam Juli 1333 zu einer ‘Schlacht bei Halidon Hill’, die für Balliol siegreich war. Die Schotten rebellierten weiter, so kam es November 1335 zu Schlacht von Culblean, bei der Balliol diesmal unterlag und nach England vertrieben wurde.
David kehrte nach Schottland zurück, marschierte in England ein und traf in ‘Neville´s Cross’ bei Durham auf Truppen Edwards III. und Balliols. Mangels Disziplin und einigen Deserteuren unterlag David und geriet in Gefangenschaft.

David wurde in Odiham Castle inhaftiert und der Unabhängigkeitskrieg war beendet.

Schlachten der Unabhängitskriege
Schlacht bei Dunbar

John Balliol weigerte sich Eduard I. zu unterstützen.
Eduard marschierte daraufhin nach Schottland [mehr]

Schlacht von Sterling Bridge

Andrew de Moray und William Wallace leisteten Wiederstand gegen die englische Vorherschaft.
Zwar waren die Engländer in der Überzahl, doch die Schotten waren motiviert [mehr]

Schlacht von Falkirk

Ein Jahr nach der Niederlage in Sterling maschierte Eduard in Schottland ein.
Bereits der Weg dorthin war eine Tortour [mehr]

Schlacht bei Halidon Hill

Edward Balliol hatte sich selbst zum König gekrönt.
Anhänger David II. hatten ihn aber nach England vertrieben [mehr]

Schlacht von Culblean

Nach der Niederlage in Halidon Hill gab es weitere Konflikte.
Balliol hoffte mit der Freilasseung des inhaftierten Andrew Murray einen verbündeten Loyalisten zu haben [mehr]

Schlacht von Neville`s Cross

Eduard III. brach das Abkommen von Northampton.
Unterdes kehrte David II. nach Schottland zurück und hielt sich an die Auld Alliance mit Frankreich [mehr]