Charles I.

Eckdaten

*11/1600
†01/1649
Vater
James VI.
Mutter
Anna v. Dänemark
Ehe
Henrietta Marie de Bourbon, Tochter v. Heinrich IV. v. Frankreich
Kinder
4 Söhne
5 Töchter
Krönung
02/1626 in Westminster Abbey
Regentschaft
03/1625 bis 1649

Als seine Vater James VI. als James I. den englischen Thron bestieg, nahm er den drei jährigen Charles mit nach London.
Nachdem das geplante Bündnis mit der deutschen Protestantischen Union durch eine Ehe seiner Schwester Elisabeth mit dem Pfälzischen Kurfürsten Friedrich V. scheiterte, wurde eine Ehe zwischen Charles und Maria Anna von Spanien vereinbart. Gleichzeitig wären dadurch, eine französisch-spanischen Annährung verhindert worden, das Haus Stuart aufgewertet und durch die Mitgift der Staatshaushalt aufgebessert. Auch dieses Vorhaben scheiterte, als Spanien bei einem Besuch Charles` im November 1623 dessen Konvertierung zum Katholizismus verlangte.

Bereits im November 1616 -nach dem plötzlichen Tod seines älteren Bruders Henry- wurde Charles zum Thronfolger von Schottland und England ernannt und folgte seinem Vater im März 1625 als Charles I. auf den Thron.
Durch seine Heirat mit der katholischen Tochter des französischen Königs Heinrich IV. Henriette Marie de Bourbon und seinem Krönungsgottesdienst -der von fünf Bischöfen in Kleidern aus Gold und blauer Seide durchgeführt wurde- schien es, als würde man zum Katholizismus zurückkehren. Tatsächlich aber setzte Charles mit dem Erzbischof von Canterbury durch Bücherzensur, Haftbefehlen, Enteignungen und Ausweisungen die protestantische, anglikanische (eigentlich anglo-katholische) Kirche rigoros durch.

Streit mit dem Parlament

Charles Außenpolitik wurde aggressiver, wodurch ein Krieg mit Spanien ausgelöst wurde.
Er ließ sogar Kaperbriefe ausstellen, die erlaubten, Spanische Schiffe zu überfallen. Da er für diesen Krieg Finanzmittel brauchte, berief er das Parlament zusammen, doch entgegen des üblichen, bewilligte es eine Einfuhr der Hafenzölle nur für ein Jahr, statt für die gesamte Amtszeit. Sie befürchteten Charles würde wie sein Vater auf alleiniges Herrscherrecht in Gottesgnadentum bestehen.
Charles löste daraufhin das Parlament auf.

Als Charles neue Gelder benötigte, rief er 1628 das Parlament wieder zusammen.
Dessen Mitglieder protestierten gegen die Willkür des Königs und ließen ihn die ‘Pedition of Rights’ unterschreiben, bevor Gelder in Form neuer Steuern genehmigt wurden. Zwar unterschrieb Charles die Petition, doch hielt er sich nicht daran, sondern löste das Parlament wieder auf und regierte fortan ohne Parlament. Stattdessen stützte er sich auf Thomas Wentworth, Earl of Strafford, William Laud, Erzbischof von Canterbury und den Gerichtshof, der sich um die weltlichen Angelegenheiten kümmern sollte.

Neue Probleme taten sich auf… diesmal mit Schottland.
Die Schotten hatten 1640 das presbyterianische Kirchen-System wieder eingeführt und das Bischofsamt für abgeschafft erklärt. Für Sie war es ein Kampf um ihre Kirche, für Charles eine Rebellion gegen den König. Beide Seiten rüsteten heimlich auf und wieder marschierten Schotten gegen Engländer. Zu Kämpfen kam es dabei nicht, da die englische Armee unzureichend ausgerüstet und unterversorgt war.
Charles berief das Parlament ein um Gelder zu bekommen, doch dieses kritisierte den König und dessen Berater, überhaupt seine gesamte Politik, worauf er das Parlament wieder auflöste.

Bürgerkrieg

Einige englische Adelige konspirierten mit den Schotten und Charles wurde zu einem Waffenstillstand gezwungen, der die Übernahme der Kriegskosten beinhaltete. Als Sicherheit forderten die Schotten die Einberufung eines neuen Parlaments, dem Charles ausgeliefert war.
Was das vorherige Parlament kritisierte (Räte und Institutionen) wurde abgeschafft. Zusätzlich wurde unter Führung von John Pym ein Amtsenthebungsverfahren vor dem ‘House of Lords’ gegen den Earl of Strafford wegen Hochverrats geführt. Die Lords sprachen Strafford frei, worauf das Unterhaus ihn mittels einer ‘Bill of attainder’ ohne weiteren Prozess zum Tod verurteilte.
Charles sah seine Herrschaft bedroht, gab nach und bestätigte das Urteil, wodurch sein wichtigster Berater im Mai 1641 hingerichtet wurde. Das Parlament radikalisierte sich weiter, setzte den bischöflichen Anglikanismus und Katholizismus gleich und versuchte Charles den Oberbefehl zu entreißen. Dazu führte Pym eine Protestnote gegen den König ein und forderte eine parlamentarische Kontrolle der Regierung. Bei der Abstimmung zeigte sich, daß Charles weiterhin Anhänger im Parlament hatte, worauf er einen Staatsstreich plante.
Im Januar 1642 drang er mit bewaffneten Männern ins Parlament ein um Pym (Führer der Opposition) zu verhaften, der jedoch zuvor gewarnt wurde. Zudem brachte dieser Versuch die Londoner Bevölkerung gegen ihn auf. Charles floh mit seinen Anhängern aus London und kurz darauf brach der Englische Bürgerkrieg aus, in dem das Parlament gegen den König kämpfte, die sich jeweils als oberste staatliche Instanz sahen.

War der König mit seinen Truppen anfangs erfolgreich, wendete sich Januar 1644 das Blatt.
Unter der Führung von Oliver Cromwell überschritten die Schotten den Tweed. In der ‘Schlacht bei Marston Moor’ siegte die Alliierten Armee von Parlament und Schotten -Zahlreiche schottische Soldaten waren durch den 30jährigen Krieg kampferfahren- gegen die Royalisten-Armee.
Charles verhandelte nun mit den Schotten, denen er für Waffenhilfe Glaubensfreiheit versprach, und dem Parlament. Durch ein Hin und her der Zugeständnisse und Verhandlungen, wurde Charles -sein Ziel war einzig die Wiederherstellung seiner absoluten Machtstellung und lehnte andere Vorschläge ab- zum Spielball zwischen den Parteien. Schließlich wurde er von den Schotten als Gefangener dem Parlament übergeben, konnte aber auf die Insel Wight fliehen. Von dort aus nahm Charles wieder Verhandlungen auf und versprach den Schotten erneut die Glaubensfreiheit, wenn sie ihm zurück auf den Thron verhalfen.
Während Cromwell und das Parlament noch dachten sich mit dem König einigen zu können, überschritten im Juli 1648 Schotten wieder die Grenze. Diesmal nicht gegen, sondern für Charles.

In einer dreitägigen Vernichtungsschlacht besiegte Cromwell mit seiner Armee die Schotten, überschritt seinerseits den Tweed und nahmen Charles gefangen. Cromwell zwang das Parlament ihn wegen Hochverrats anzuklagen, da er -solange er lebte- eine ständige Bedrohung für sie wäre.

Charles wurde schuldig gesprochen und Januar 1649 enthauptet und in der St-George-Kapelle neben Heinrich VIII. bestattet.

Das Leben Charles und die Geschehnisse um ihn wurden 1970 in ‘Cromwell’ und 2003 in ‘Charles I. – To kill a King’ verfilmt.