James IV.

Eckdaten

*03/1473
†09/1513
Vater
James III.
Mutter
Margaret
Ehe
Margaret Tudor, Tochter v. Heinrich VII.
Kinder
4 Söhne
2 Töchter
mehrere illegitime
Krönung
06/1488 in Scone
Regentschaft
1488 bis 1513

James IV. war der älteste Sohn von James III., erbte mit Geburt den Titel Duke of Rothesay und wurde im Juni 1488 zum König gekrönt.
Auch wenn er sich gegen Vater erhoben hatte, fühlte er sich schuldig an dessen Tod. Aus Buße trug er von da an einen Eisengürtel den er jährlich mit neuen Gewichten beschwerte.
James stand bis zu seiner Volljährigkeit unter dem Einfluss mächtiger Lords. So ernannte er -auch um sich seine Macht zu sichern- einige seiner Mitrebellen für wichtige Ämter innerhalb der Regierung.

Das, im Oktober 1488 zum ersten Mal eröffnete Parlament, wollte unter anderem die Anhänger James III. aufspüren, was 1489 zu einer erneuten Rebellion führte. Diesmal erhoben sich auch westliche Adelige, die mit der Regierung unzufrieden waren und versuchten erfolglos den König gefangen zu nehmen. Um eine Versöhnung herbei zu führen änderte James 1492 die Zusammensetzung des Regierungsrates und nahm Anhänger James III. mit in den Rat auf. Man konzentrierte sich darauf die Macht des Königs auszudehnen, da das überwiegende Schottland hauptsächlich von den Clans regiert wurde.

Wegen vieler Fehden wurde der Titel Lord oft the Isles durch das Parlament an die Krone zurückgegeben, wodurch der Clan MacDonald entmachtet wurde. Damit er den übrigen Clanführer einen Treueeid abnehmen kann, reiste James anschließen nach Norden.
Hierbei erhielt er zum ersten Mal Kontakt mit der Kultur und der gälischen Sprache der Highlands, was ein lebenslanges Interesse zur Folge hatte. Als er alt genug war übernahm er 1494 selbst die Regierung, die bis dahin größtenteils durch den Rat geführt wurde und konnte schnell einige Erfolge verbuchen, auch wenn wiederholte Besuche der Clanführer zu erneuten Treueschwüren auf Unwillen stießen.

James reformierte das Rechtssystem und es entstanden zentrale Zivilgerichte, wofür er versuchte eine Rechtsschule zu gründen.
Da sich aber auf dem europäischen Kontinent die besseren Zentren für Jurastudien befanden ermutigte er die schottischen Barone ihren ältesten Söhnen ein solches Studium zu ermöglichen um die Gerichte mit fähigen Juristen auszustatten. Ab 1496 wurden Landbesitzer sogar dazu verpflichtet ihre ältesten Söhne zur Schule zu schicken. Unterdessen gab es weiterhin Probleme und beiderseitige Grenzüberfällen zwischen Schottland und England wobei es James lediglich gelang einen dreijährigen Waffenstillstand zu schließen.
Henry VII. ging es dabei in erster Linie darum Unterstützung von Rebellen aus York seitens James` zu verhindern, wozu er ihm eine Ehe mit seiner Verwandten Katherine vorschlug. Katherine war jedoch nicht königlichen Blutes, weshalb eine Heirat für James nicht in Frage kam.

Henrys Sorge wegen Yorker Rebellen war berechtigt.
1495 versuchte Perkin Warbeck -der sich als den vermutlich verstorbenen Sohn Eduards IV. Richard of Shrewsbury, Duke of York ausgab- in England zu landen und den Thron als Richard IV. für sich zu beanspruchen. Nach zwei Niederlagen floh er nach Schottland, wo er von James ehrenvoll empfangen und willkommen geheißen wurde. Um die weiter bestehende Bedrohung Warbecks zu neutralisieren nahm Henry neue Verhandlungen auf und bot James seine Tochter Margaret Tudor zur Ehe an. James wollte trotzdem ein Zeichen setzen und führte im September 1495 ein Heer über die Grenze und nahm Plünderungen vor. Nach diesem Überfall erklärte Henry James den Krieg. Da es unüblich war, während des Winters Krieg zu führen nutzte James die Zeit, die Grenzen zu befestigen und einige Grenzüberfälle durchzuführen, wodurch er sich den Respekt seiner Landsleute verdiente. Nun versuchte Henry erneut über Frieden zu verhandeln, wobei sie sich über eine siebenjährige Waffenruhen einigten, die dann bis zum Tode eines der beiden Monarchen verlängert wurde.
Um den Frieden dauerhaft zu sichern einigten sie sich, daß James Margaret Tudor heiratet und schlossen 1502 den ‘Anglo-Schottischen Vertrag’, der unter anderem besagt, daß derjenige, der die Waffenruhe zuerst bricht exkommuniziert wird. Zwar war die Ehe arrangiert, wuchs doch die Zuneigung James und Margaret zueinander und James zeigte sich als fürsorglicher Ehemann.

James zeigte ein starkes Interesse an Kunst und Kultur -er gilt als letzter Monarch, der fließen gälisch sprach- und erlaubte 1507 den Bau einer Druckerpresse und unterhielt etliche Bauvorhaben.
Er lud Barden und Musikanten an den Hof, beschäftigte Literaten und förderte Alchemie und Medizin. Als 1509 Henry VIII. den englischen Thron bestieg wurde der Friedensvertrag zwischen England und Schottland erneuert. Dennoch entstand ein Jahr später ein Konflikt, als Papst Julius II. mit der ‘Liga von Cambrai’ -der auch England angehörte- eine antifranzösische Allianz schloss. James, der mit beiden Parteien befreundet war und sich durch die ‘Auld Alliance’ Frankreich verpflichtet fühlte, versuchte vergeblich zwischen Papst Julius und Frankreich zu vermitteln. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich das Verhältnis zu England wegen der zunehmenden Arroganz Henrys VIII. und James war mehr an einer guten Beziehung mit Frankreich interessiert.
1511 schied Papst Julis aus der Liga von Cambrai aus und bildete die gegen den französischen König Ludwig XII. gerichtete ‘Heilige Liga’ der auch Henry VIII. beitrat. Anlässlich dessen wandte sich Ludwig zwecks eines Bündnisses an James, daß im Fall eines Krieges mit England der Andere England ebenfalls den Krieg erklärt. James zögerte zunächst, stimmte aber letztlich 1512 zu, wodurch Papst Julius ihm mit der Exkommunikation drohte -was nach dessen Tod durch Papst Leo X. bestätigt wurde.
Henry plante insgeheim eine Wiederaufnahme des ‘Hundertjährigen Krieges’ und fiel anlässlich der Italienischen Kriege 1513 in Frankreich ein. Trotz der päpstlichen Drohung nutzte James die Abwesenheit des Königs und erklärte -dem Bündnis mit Frankreich entsprechend- England den Krieg, überschritt im August die Grenze und führte seine Truppen selbst in die Schlacht.

James fiel im September 1513 in der ‘Schlacht von Flodden Field’.
Eine Leiche, die man für James hielt, wurde auf dem Schlachtfeld geborgen und nach London überführt. Durch seine Exkommunikation stand ihm jedoch kein christliches Begräbnis zu, daher schrieb Henry selbst -leider erfolglos- an den Papst, um ihn zu bitten seinen Schwager “in königlichen Ehren” in St. Pauls bestatten zu dürfen. James soll schließlich zu einem unbekannten Zeitpunkt in St. Pauls beigesetzt worden sein, jedoch gibt ein elisabethanischer Antiquar an den Leichnam in einer Abstellkammer der Abtei von Sheen gesehen zu haben, wo ihm Arbeiter den Kopf abschnitten, der aber von einem Londoner gerettet und ihn später in der St. Michael’s Church beisetzen lies. Angeblich hätte der Kopf immer noch die roten Haare und einen Bart gehabt.
Da James Leichnam auf dem Schlachtfeld nicht zweifelsfrei identifiziert werden konnte, entstand die Legende er hätte überlebt und würde sich auf einer Pilgerfahrt ins Heilige Land befinden. Margaret nutzte dies als Argument für die Auflösung ihrer zweiten Ehe.

Wegen seines Kampfes gegen England wurde James zum Nationalhelden.
Die St Michael’s Church, in der James bestattet worden sein soll, fiel 1666 dem Großen Brand von London zum Opfer. An deren Stelle befindet sich heute ein Pup.