James VII.

James II. von England

Eckdaten

*10/1633
†09/1701
Vater
Charles I.
Mutter
Henriette Marie de Bourbon
Ehe
1. Anne Hyde
2. Maria Beatrix d`Este von Modena
Kinder
6 Söhne (4 v. Anne, 2 v. Mary)
9 Töchter (4 v. Anne, 5 v. Mary)
Krönung
04/1685 in Westminster Abbey
Regentschaft
02/1685 bis 1688

Durch den Tod des erstgeborenen von Charles I. war James der zweite in der Thronfolge nach Charles II. und bekam 1644 den Titel Duke of York verliehen. Zur Zeit des englischen Bürgerkrieges weilte James in Oxford. Nach der Kapitulation der Stadt 1646 wurde er durch das Parlament im St. James Palace unter Arrest gestellt, von wo aus er -mit Unterstützung von Anne Halkett- nach Den Haag flüchten konnte. Von dort aus reiste James nach Frankreich und diente dort in der französischen Armee.
Als sein Bruder Charles II. ein Bündnis mit Spanien einging, verließ er Frankreich und trat der spanischen Armee bei.

Im November 1659 heiratete er heimlich Anne Hyde, Tochter des Earls of Clarendon und reiste mit ihr im folgenden Jahr nach London, an die Seite seines Bruders wo er September 1660 die Vermählung offiziell wiederholte. Später ernannte ihn sein Bruder zum Lord High Admiral der Royal Navy und benannte die nordamerikanische Stadt New Amsterdam nach James` Titel in New York und das am Hudson River liegende Fort Oranje nach seinem zweiten Titel (Duke of Albany) in Albany um.
1668/69 konvertierte James zum Katholizismus und musste sein Amt als Admiral auf Forderung des Parlaments ablegen. Obwohl Charles den Konfessionswechsel seines Bruders missbilligte -er verlangte von James seine Kinder protestantisch zu erziehen- erlaubte er James nach dem Tod seiner Frau 1671 im Jahr 1673 die katholische Prinzessin Maria von Modena zu heiraten, auch wenn viele Engländer ihr misstrauten und sie für eine Spionin des Papstes hielten. Zwar versuchte er die Protestanten zu beschwichtigen, indem er seiner Tochter Mary erlaubte den protestantischen Stadthalter William III. der Niederlande zu heiraten, doch musste er aufgrund der von Titus Oates ausgelösten Katholikenhetze England verlassen und nach Brüssel flüchten.
1680 wurde er zum Lord High Commissioner von Schottland ernannt und ging nach Edinburgh. Nach der Auflösung des Parlaments 1681 konnte James schließlich nach England zurückkehren.

Im Jahr 1683 scheiterte ein Anschlag auf James und seinen Bruder Charles II. in dessen Folge ihre Beliebtheit stieg.
Als Charles II. ohne legitime Nachfolger 1685 starb wurde James als dessen Nachfolger im April zum König gekrönt, obwohl James Scott -der illegitime Sohn Charles- bevorzugt wurde. Auch das wieder zusammen getreten Parlament schien ihm wohlgesonnen. Scott sah sich indess als rechtmäßigen Thronfolger, ernannte sich Juni 1685 selbst zum König und rebellierte gegen den König. James konnte die Rebellion in der ‘Schlacht von Sedgemoor’ niederschlagen, ließ Scott im Tower von London hinrichten und die übrigen Beteiligten brutal verfolgen.
Um sich vor weiteren Aufständen zu schützen verstärkte James die Armee. Da er die führenden Posten mit Katholiken besetzte, zog er sich den Unmut des Parlaments auf sich. Die religiösen Spannungen wurden größer und James entließ das Parlament, das daraufhin nicht mehr zusammen treten sollte.

1687 erließ James eine Nachsichtserklärung (Declaration of Indulgence), mit der er sämtliche Gesetze außer Kraft setzte, die die Verfolgung und Bestrafung religiös anders Denkender vorsahen, egal ob Protestant oder Katholik.
Im April 1688 erließ er die Erklärung erneut und befahl den anglikanischen Klerikern diese von den Kanzeln ihrer Kirchen zu verlesen, worauf ihn der Erzbischof von Canterbury und mehrere Bischöfe in einer Petition baten seine Religionspolitik zu überdenken. James ließ sie umgehend verhaften und vor Gericht stellen, wurden jedoch frei gesprochen. Das Maß war voll als Maria im Juni einen Sohn zur Welt brachte und die Öffentlichkeit eine katholische Thronfolge befürchtete. Die Führer der protestantischen Zirkel traten mit James Schwiegersohn, dem Stadthalter Willhelm III. von Oranien, in Verhandlungen und baten ihn mit einer Flotte überzusetzen um die Throne von Schottland, England und Irland in protestantische Hände zu geben. Obwohl sich bereits im September 1688 eine Invasion Willhelms abzeichnete, lehnte James die Hilfe Ludwigs XIV. ab, da er befürchtete, daß die Engländer eine französische Intervention ablehnen würde. Als im November 1688 Willhelm mit einer Invasionsstreitmacht in Südengland landete, ließen James seine protestantischen Heerführer im Stich und wechselten die Fronten.
Für James war sein Königreich verloren und dankte ab, indem er seinen Siegelring in die Themse warf. Auf der Flucht nach Kent wurde James im Dezember gefangen genommen. Willhelm wollte ihn jedoch nicht zum Märtyrer machen und ließ ihn wieder entkommen. James ging ins Exil nach Frankreich, wo er von Ludwig empfangen wurde, einen Palast und Unterhaltszahlungen bekam.

Im März 1689 landete James -unterstützt von der französisschen Armee- in Irland, dessen Parlament dem englischen nicht gefolgt ist und James weiterhin als ihren König sah. In der Schlacht am Fluss Boyne wurde er jedoch besiegt und floh nach Kinsale.
Seine “Feigheit” kostete ihm die Unterstützung und wurde von der Insel gejagt. 1296 versuchte man James durch ein Attentat auf Willhelm zurück zum Thron zu verhelfen, was allerdings in Planung und Ausführung scheiterte. Nachdem James das Angebot ausschlug sich zum König von Polen wählen zu lassen, bekam er keine weitere Hilfe von Ludwig XIV. Seine letzten Lebensjahre verbrachte James als Büßer.

Er starb im September 1701 an einem Schlaganfall.