Schottland und der 30-jährige Krieg


Vorgeschichte

Kaiser Rudolf II., König von Böhmen und Ungarn, stellte im Jahre 1609 zwei Urkunden aus (bekannt als Majestätsbrief) in denen den protestantischen Ständen Religionsfreiheit gewährt wurden.

Neben der freien Religionsausübung wurde auch die Etablierung einer protestantischen Kirchenorganisation, sowie der Bau evangelischer Kirchen nicht nur auf Gebieten des Adels, sondern auch auf den Besitzungen von Kaiser, König und Fürsten zugesichert.
Da nicht sicher war, ob die Gebiete der katholischen Stifte den Bau von evangelischen Kirchen erlauben müssen, kam es immer wieder zu Streitigkeiten.

Beginn des 30-jährigen Krieges

1617 warfen die Protestanten ihren überwiegend katholischen Landesherren vor, sich nicht an die zugestandene Religionsfreiheit zu halten. Als dann auch noch die Ständeversammlung aufgelöst wurde, war die Empörung groß. Am 23. Mai 1618 zogen fast 200 Vertreter der Protestanten unter Führung von Heinrich Thurn zur Prager Burg, hielten einen improvisierten Schauprozess und warfen die Statthalter Jaroslaw Borsita, Wilhelm Slavata und den Sekretär Philipp Fabricius aus 17 Meter Höhe durch das Fenster in den Burggraben (Prager Fenstersturz) wobei sich zwar alle drei am Kopf verletzten, aber überlebten.
Ausgelöst durch diesen “Fenstersturz” begannen die böhmischen Protestanten einen Aufstand gegen die Versuche zur Rekatholisierung des böhmischen Königs und gipfelte in einem Religionskrieg, der erst am 24. Oktober durch den Westfälischen Frieden beendet wurde.

Schottische Beteiligung

Im Jahre 1613 heiratete Elisabeth Stuart, Tochter von James VI. (James I. von England) Friedrich V. von der Pfalz. Nachdem Kaiser Maximilian für die katholische Liga in die Pfalz einmarschierte, war Friedrich gezwungen in die Kampfhandlungen einzutreten und bat James VI. als seinen Schwiegervater um Hilfe.

Unter dem Heer, welches James in die Pfalz schickte waren, nachweislich 3.000 Schotten unter der Führung von Sir Andrew Grey, die für ihren Kampfgeist und ihre Loyalität bekannt waren. Bewaffnet waren die Schotten mit den typischen Langschwertern und Pfeil und Bogen, vereinzelt fanden sich aber auch Musketen.
Aufgrund der Sprachbarriere blieben die Schotten meist unter sich, jedoch beherrschten einige Truppführer die deutsche Sprache, so daß Befehle übermittelt und befolgt werden konnten. Durch diese Sprachbarriere entstand ein großer Zusammenhalt unter den Schotten, aufgrund dessen weder Verwundeter noch Toter auf dem Schlachtfeld zurückblieb.
Ihr Leitspruch lautete “Schottland und Infanterie zuerst”, der sich auch bei der heutigen Scots Guards wiederfindet.

Aus dieser Zeit stammt auch die älteste bekannte Darstellung der Highlander im Belted Plaid (siehe Geschichte des Kilts).
Eine weitere Darstellung findet sich im fränkischen Waigolshausen. Als die dortige Kirche renoviert wurde fand man unter dem alten Putz ein “Graffiti” welches einen schottischen Piper im Belted Plaid zeigt.